Ein Mönch schaut in einen Spiegel, Carl Bloch (1875)
Auch nach seiner Rückkehr aus Italien schuf Carl Block weiterhin satirische Genrebilder, die Szenen aus Südeuropa zeigen. In dieser komischen Szene betrachtet sich ein verärgerter italienischer Mönch im Spiegel. Er hat Zahnschmerzen und einen Beutel mit Gewürzen auf die Wange geklebt, den er mit einem Schal um den Kopf gebunden hat. Auf dem Tisch stehen ein Krug und ein Glas mit kaltem Wasser, um die Schmerzen weiter zu lindern, falls die skurrile Kopfbedeckung nicht die gewünschte Wirkung zeigt. Der Künstler hat den Mönch als humorvolle und etwas pathetische Figur dargestellt, die aus einem relativ trivialen Alltagsproblem einen großen Aufstand macht. Das Ziel des Gemäldes ist also nicht, dass der Betrachter mit dem leidenden Mönch mitfühlt, sondern dass er sich über seine komische und übertriebene Reaktion auf die Situation amüsiert.
