Fernand Légers Vorstudie zu La Grande Parade zeigt gut, wie sorgfältig der Künstler seine Kompositionen aus einfachen, monumentalen Formen aufbaute. Léger war fasziniert vom modernen Leben und kollektiven Erfahrungen wie Zirkus, Theater und Paraden. In dieser Studie erforscht er die Anordnung von Figuren, Farbflächen und Rhythmus innerhalb der Bildebene. Die Menschen sind nicht psychologisch ausgearbeitet, sondern auf robuste, fast skulpturale Formen reduziert, mit klaren Konturen und leuchtenden, kontrastreichen Farben. So entsteht eine theatralische, aber auch distanzierte Szene, in der die Masse wichtiger ist als das Individuum. Léger wollte die Malerei erneuern, indem er sie mit der Welt der Maschinen, der Plakate und der urbanen Energie verband. Das zeigt sich bereits in dieser Vorstudie: Die Figuren erscheinen als Teile einer sorgfältig komponierten Konstruktion. Daraus entwickelt sich La Grande Parade zu einer Ode an die Bewegung, das Spektakel und den Rhythmus des modernen, öffentlichen Lebens.
