Sitzende Frau, Rückansicht, Egon Schiele - 1917 aus der Kollektion Alte Meister

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Sitzende Frau, Rückansicht, Egon Schiele - 1917 von Het Archief
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Über „Sitzende Frau, Rückansicht, Egon Schiele - 1917“

Die psychologische Intensität von Schieles Selbstporträts findet sich nur selten in seinen zahlreichen Studien junger Frauen - viele von ihnen nackt oder aufreizend gekleidet -, die aus der Ferne als Objekte der formalen Analyse behandelt werden. Oftmals isoliert auf einem Blatt, ohne Bezug zu ihrer Umgebung, sind diese Figuren exquisite Studien von Linie, Komposition und Gestik. Das Porträt einer sitzenden Frau in der Rückenansicht ist ausdrucksstark, obwohl ihr Gesicht verdeckt ist. Das Modell war wahrscheinlich Schieles Frau Edith Harms, damals 24 Jahre alt, die er 1915 heiratete und die nur drei Tage zuvor an einer Grippe starb. Nur teilweise bekleidet, aber mit sorgfältig frisiertem erdbeerblondem Haar, trägt die Figur eine leuchtend blau gestreifte Jacke über einem weiß gestreiften Hemd - die Kleidung einer anständigen Dame. Ihr Unterkörper ist jedoch mit der Kleidung bekleidet, in der Schiele üblicherweise Prostituierte darstellte - einem weißen Spitzenslip und dunklen Strümpfen. Der deutliche Unterschied zwischen den beiden Teilen ihres Kostüms scheint die zwiespältigen Gefühle des Künstlers gegenüber seiner Frau widerzuspiegeln, die in seiner Kunst abwechselnd als kalte Jungfrau oder leidenschaftliche Geliebte dargestellt wird. Egon Schiele (Tulln, 12. Juni 1890 - Wien, 31. Oktober 1918) war ein österreichischer Maler des Expressionismus. Obwohl Schiele stark vom Werk Gustav Klimts beeinflusst war, ist die von ihm verwendete Linienführung dennoch völlig anders. An

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