Christoph Selbach
Christoph Selbach
Über Christoph Selbach
Im Zentrum meiner Arbeit steht die Frage, wie Bilder zu Bildern werden. Ich untersuche das Verhältnis von Bild und Vorstellung, Ordnung und Wahrheit, Oberfläche und Bedeutung. Bilder erscheinen darin als offene, materielle und kontextabhängige Strukturen, in denen Wahrheit nicht vorausliegt, sondern als Effekt von Ordnung entsteht.
Mich interessiert Bildwerdung nicht als lineare Abfolge, sondern als zirkulärer Prozess: Vorstellungen erzeugen Bilder, und Bilder prägen Vorstellungen. Dieser Prozess ist nicht neutral. Er unterliegt kulturellen Erwartungen, Normen, Bildtypen und wiederkehrenden Formen von Lesbarkeit. Bilder entstehen deshalb nicht isoliert, sondern innerhalb von Kontexten, die ihre Bedeutung mit hervorbringen und jederzeit verschieben können.
Ein zentraler Bezugspunkt meiner Arbeit sind Ordnungssysteme. Sie strukturieren Wahrnehmung, erzeugen Vergleichbarkeit, stabilisieren Geltung und legen fest, was sichtbar, plausibel oder wahr erscheint. Ordnung ist für mich kein gegebener Zustand, sondern ein konstruiertes Gefüge. Sie wirkt stabil, weil sie funktioniert, nicht weil sie wahr ist. Wahrheit erscheint im Bild daher nicht als innerer Kern, sondern als Effekt von Formierung, Kontext und Regelhaftigkeit.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.christoph-selbach.de