Über „Ein bärtiger Mann mit Hut, Atelier von Rembrandt van Rijn“
Ein bärtiger Mann mit Hut, Atelier von Rembrandt van Rijn
Das Amsterdam der frühen 1600er Jahre war eine religiös tolerante Stadt, die viele jüdische Siedler sowohl sephardischer (spanischer und portugiesischer) Herkunft als auch aschkenasischer (osteuropäischer) Abstammung anzog. Rembrandt lebte unter beiden Konfessionen und ließ sich von der Art und Weise und der Kleidung der Aschkenasim inspirieren, die das traditionelle Benehmen und die traditionelle Kleidung beibehielten und weniger wohlhabend waren als ihre sephardischen Kollegen. Infolgedessen trugen viele der nicht identifizierten Porträts aus der Spätzeit Rembrandts einst jüdische Assoziationen, aber mangels ausreichender Beweise wurden diese Zuordnungen inzwischen überdacht. Dies ist der Fall beim Porträt eines Mannes, das einst als Porträt des niederländisch-jüdischen Philosophen Baruch Spinoza (1632-1677) sowie als Darstellung eines jüdischen Studenten galt. Auch Rembrandts Urheberschaft des Gemäldes wurde neu bewertet. Der breite und dünn bemalte Mantel und Hut lassen vermuten, dass das Gemälde wahrscheinlich ein Werkstattprodukt ist, und obwohl es das charakteristische Interesse Rembrandts an der Introspektion eines Dargestellten zeigt, bleibt die Nachdenklichkeit der Figur vergleichsweise oberflächlich.
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